Falsche Höhe ruiniert jedes Bild – so triffst du sie richtig
Zum Abschluss folgt der Kontrollblick von außen und innen. Von innen muss der Rahmen rundum gleichmäßig anliegen, ohne Lichtspalt. Von außen prüft man, ob die Dichtung sichtbar und gleichmäßig heraussteht und nicht an einer Stelle eingequetscht ist. Ein kurzer Test mit einem dünnen Blatt Papier hilft: Man schiebt es zwischen Rahmen und Dichtung, schließt vollständig und zieht leicht. Lässt es sich an einer Stelle deutlich leichter herausziehen als an anderen, sitzt der Rahmen dort nicht sauber an. Dann Rahmen öffnen, Dichtung richten, erneut schließen und die Prüfung wiederholen.
Nach dem Schließen sollte der Rahmen außerdem über einige Minuten beobachtet werden, besonders bei Temperaturschwankungen oder Wind. Bewegt er sich, klappert er oder entsteht ein Spalt, ist die Montage nicht abgeschlossen. Erst wenn der Rahmen ohne Werkzeug nicht lösbar ist, plan anliegt und die Dichtung gleichmäßig trägt, ist der Sitz korrekt. Diese Kontrolle dauert weniger als eine Minute und verhindert teure Reparaturen.
Für mittlere Lasten – ein Regalbrett, ein Spiegel, ein Wandhaken für Jacken – ist der Nagel im Altbauputz die falsche Wahl. Der Putz trägt nicht das Gewicht, sondern nur die Oberfläche. Die Last muss ins Mauerwerk. Hier kommt man um Dübel und Schraube nicht herum. Im Vollziegel reicht ein einfacher Kunststoffdübel mit passender Schraube. Im Lochziegel oder in weichem Bims hält nur ein Dübel mit Spreizflügeln oder ein Injektionsdübel zuverlässig. Typischer Fehler: Man bohrt mit einem zu großen Bohrer, der Dübel sitzt locker, und man stopft Papier oder Zahnstocher hinterher. Das hält kurzfristig, aber nicht dauerhaft.
Ein Poster ohne Rahmen wirkt schnell provisorisch, dabei lässt sich mit einer Posterleiste oder Klemmschiene ein sauberes Ergebnis erzielen, das kaum teurer ist als Klebeband und Reißnägel. Der entscheidende Unterschied liegt in der Mechanik: Eine Posterleiste ist ein Profil, in das die Papierkante eingeschoben wird, eine Klemmschiene hält das Papier dagegen über zwei gegeneinander gepresste Lippen. Wer beides verwechselt, kauft am Ende das falsche Zubehör.
Die häufigste Ursache für ein Bild, das nie ganz wirkt, ist nicht der Rahmen und nicht das Motiv, sondern die Höhe. Hängt ein Bild zu hoch, muss man den Kopf heben, um es zu betrachten. Das ermüdet, und der Blick fällt schnell wieder weg. Hängt es zu tief, wirkt der Raum gedrückt. Die richtige Höhe lässt sich berechnen, und zwar mit einem Wert, der in Wohnräumen fast immer funktioniert.
Der Haken hält mehr als der Knoten Bevor die erste Kordel geknotet wird, kommt der Haken an die Wand. Ein einfacher Haken in einer Dübelbohrung trägt problemlos das Gewicht eines üblichen Wandbehangs, sofern er im Mauerwerk und nicht im Putz sitzt. Bei Trockenbauwänden braucht es einen Dübel, der sich hinter der Platte aufspreizt. Ein Nagel ohne Dübel ist die häufigste Ursache dafür, dass ein fertiger Behang nach zwei Tagen schief hängt oder herunterfällt.
Ein Wechselrahmen sitzt selten dann korrekt, wenn er nur eingerastet aussieht. Entscheidend ist, ob er nach dem Schließen spielfrei anliegt, plan mit der Wand abschließt und sich ohne Werkzeug nicht wieder löst. Wer diese drei Punkte prüft, verhindert die meisten Folgeschäden: eindringende Feuchtigkeit, verzogene Dichtungen, klappernde Rahmen und im schlimmsten Fall ein Herausfallen bei Wind oder Stoß.
Ein weiteres Problem ist Schimmel. Wird das Papier zu feucht zwischen die Bücher gelegt und dort mehrere Tage vergessen, können sich Schimmelsporen bilden. Das passiert besonders in schlecht belüfteten Räumen. Deshalb sollte das Papier nur leicht feucht sein und die Bücher sollten nach dem Pressen gründlich abgewischt werden. Bei alten Dokumenten oder empfindlichen Drucken ist diese Methode ohnehin riskant. Hier ist es besser, das Papier nur zu beschweren, ohne es anzufeuchten, und den Prozess über mehrere Wochen zu strecken.
Bei der Kordel entscheidet nicht die Optik, sondern die Drehung. Eine fest gedrehte Baumwollkordel mit drei Millimetern Stärke hält die Form eines Kreuzknotens sauber, während locker gedrehte Wolle nach dem ersten Waschen ausfranst. Für ein erstes Stück reichen acht bis zwölf Stränge von je zwei Metern Länge. Ein häufiger Fehler: Die Kordel wird zu kurz abgeschnitten. Als Faustregel gilt die vierfache fertige Länge plus Zugabe für die Aufhängung.
Beim Bohren in alten Putz ist die größte Gefahr das Abplatzen der Putzkante. Ein scharfer Bohrer ohne Schlag, langsam drehend, mit wenig Druck ist besser als ein Schlagbohrer. Man setzt den Bohrer zuerst ohne Schlag an, bis die Putzschicht durchdrungen ist, und schaltet erst dann den Schlag zu, wenn man auf Mauerwerk trifft. Wer sofort mit Schlag bohrt, sprengt den Putz um das Bohrloch herum ab. Bei sehr weichem Putz kann man vorher mit einem Nagel oder einer Reißnadel die Oberfläche durchstoßen, damit der Bohrer nicht wandert.
Alter Putz ist kein homogener Baustoff. Je nach Baujahr, Region und Zusammensetzung trifft man auf Kalkputz, Gipsputz, Mischungen mit Sand, Lehm oder Zementanteilen. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern das, was unter der Oberfläche liegt: Wie dick ist die Putzschicht, wie fest sitzt sie auf dem Mauerwerk, und woraus besteht der Untergrund – Vollziegel, Lochziegel, Bims, Bruchstein oder Fachwerk mit Ausfachung. Ein Nagel, der in einem festen Kalkputz auf Vollziegel hält, rutscht in einem weichen Gipsputz auf Hohlziegel oft schon beim Anhängen eines Bildes heraus.